Mittelweser
Vier Mühlen und ein Schloss
Feldmühle westlich von Martfeld am Mühlenweg
Radtour von Martfeld über die Weser nach Hoya
Wie komme ich mit dem Rad möglichst direkt nach Dörverden, aber auf schönen Wegen? Das war die Ausgangslage. Heraus gekommen ist diese Tour.
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Die Mühlen
Auf dieser Tour kommen wir an vier Mühlen vorbei:
Die Fehsenfeldsche Mühle in Martfeld, die Feldmühle östlich von Martfeld, die Mühle in Hoyerhagen und schließlich die Stührmühle am Ortseingang von Martfeld an der Bruchhauser Straße.
Das vorab. Nun geht es los mit dem Radvergnügen
Wir starten auf Martfelds Westseite in Hollen. Den Ortskern umfahren wir südlich des Zentrums, Hauptstraßen vermeidend. Wir wollen quer durch von der Schule zur Kirche und weiter zum Mühlenweg. Doch der in der Karte eingezeichnete Weg ist versperrt, sinnigerweise durch Zäune um das Schulgelände. Sollen die Kinder doch vom ersten Schultag an gleich mal erleben, wie schön es ist, neben stinkenden Autos vorbei zu laufen, zu radeln, auf zu schmalen Fußwegen. Also müssen auch wir das letzte Stück an einer Hauptstraße entlang fahren, um zur zur Fehsenfeldschen Mühle und zur Kirche zu gelangen.
Ausgehend von der Fehsenfeldschen Mühle geht es weiter auf dem Mühlenweg. Er führt ostwärts aus Martfeld heraus direkt auf die Feldmühle zu. Bereits 1583 stand hier eine Bockwindmühle. Der heutige Galeris-Holländer liegt idyllisch mitten zwischen den Feldern, die ihr einst das Futter geliefert haben. Sie wäre längst zu einem Haufen Schutt zerfallen, wenn es nicht so etwas wie eine Mühlen-Renaissance in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts gegeben hätte. Von 1992 bis 1999 dauerte es, bis die Mühle wieder vollständig instand gesetzt war.

Alveser See
Von der Feldmühle aus fahren wir weiter ostwärts, erst nach Eitzendorf, dann zum Alveser See. Eigentlich handelt es sich gar nicht um einen See, sondern um einen alten Weserarm. Denn die Weser hatte sich einst im flachen Land immer wieder neue Wege gesucht, bevor man sie in ihr heutiges Bett gezwungen hat.
An der Brücke lädt ein Rastplatz mit Blick auf den See zu einer kleinen Pause ein. Vielleicht sind auch gerade die Brombeeren neben der Zufahrt reif und wollen genascht werden. Ansonsten lohnt eine Stippvisite zum Campingplatz, den rechts von der Straße. Mit etwas Glück hat der Kiosk mit Ausschank geöffnet. Gäste, die sich den Platz ansehen wollen, sind auf jeden Fall immer gern gesehen, wenn sie sich vorher melden.
Weserwehr und Weserlust
Wir machen nur eine kurze Pause an der Brücke und radeln dann weiter nach Magelsen, um das schöne Ensemble mit Kirche und Küsterhaus anzuschauen. Der heutige neugotische Bau wurde 1892 errichtet, nachdem der Vorgängerbau abgebrannt war.
Da wir am Wehr bei Dörverden die Weser überqueren wollen, folgen wir der Wegweisung nach Wienbergen, radeln am Ort vorbei und schließlich geradewegs auf das Wehr zu. Weihin sichtbar ist es kaum zu verfehlen.
Um über das Weserwehr zu gelangen muss man allerdings eine hohe Treppe bezwingen. Zum Glück sind Schieberinnen vorhanden. Wer hier mit dem E-Bike hoch will, sollte einen Partner dabei haben, der beim Schieben hilft. Dafür wird man oben mit schönen Ausblicken auf die Weser belohnt. Schwindelfreie können auch den Blick nach unten wagen. Duch die Gitterroste sieht man das Wasser durch das Wehr rauschen.
Auf der anderen Seite geht es wieder steil die Treppe hinunter. Unbedingt mit vorsichtig dosierter Bremskraft und mit beiden Bremsen arbeiten! Der Weg führt nun um das Betriebsgelände herum zur Brücke über den Schleusenkanal. Auf der anderen Seite liegt an dessen Ufer ein schöner Rastplatz unter schattigen Bäumen.
Da wir uns in Dörverden nicht weiter aufhalten wollen, bleiben wir auf dem ausgeschilderten Weg nach Barme und streifen dabei den alten, bäuerlich geprägten Ortskern. Auf dem weiteren Weg müssen wir ein Stück an der Bundesstraße entlang radeln, können sie aber zum Glück gleich wieder verlassen. Hier haben wir nun den Weg fast für uns allein, da er in der Mitte zwischen den Ortsteilen für Kraftfahrzeuge gesperrt ist.
Barme: Weserlust und Zivilschutz
Das Bauerndorf kann mit einer kleinen Attraktion aufwarten Hier befindet sich das einzige uns bekannte Restaurant mit einer Terrasse direkt am Fluss, die Weserlust. Von Donnerstag bis Sonntag kann man hier ab 11 Uhr einkehren. Kaffee und Kuchen gibt's dann immer, warme Küche allerdings nur mittags und abends.
Am THW-Gelände vorbei fahren wir wieder auf die B215 zu, der wir für etwa einen Kilometer folgen müssen, bis wir rechts nach Hassel abbiegen können. Die Fahrradroute führt am Ortsrand entlang zur Landesstraße nach Hoya. Wer die vermeiden will, muss einen größeren Bogen nach Süden durch die Wesermarsch einplanen. Auf die Weise kommt man erst wieder direkt am Ortseingang von Hoya aus und kann auch gleich die Zufahrt zum Grafenschloss an der Weser entern.
Hoya: Grafenschloss und Bäckerpause
Das Schloss, einst Sitz der Grafen von Hoya, befindet sich heute im Besitz der Stadt Hoya. Es präsentiert sich frisch renoviert in italienisch anmutenden Pastellfarben. Die Außenanlagen sind frei zugänglich, die Gebäude nur zum Teil. Im Hauptgebäude sitzt die Tourist-Information, in einem Seitenflügel hat man in ehemaligen Kerkerräumen eine kleine Ausstellung eingerichtet. Übrigens ist auch die alte Kernstadt einen Besuch wert, die sich nördlich des Schlosses auf der gleichen Weserseite erstreckt.
Doch nach all der Fahrerei und Guckerei zieht es uns auf die kulinarische Seite der kleinen Stadt. Auf der anderen Weserseite reicht die Palette vom Imbiss über ein Bioladen mit Café bis zum Restaurant. Eine Eisdiele ist auch noch dabei. Wir entscheiden uns für Bäcker Uhde im Famila und halten noch mal kurz für ein Eis auf die Hand.
Rückweg
Schließlich machen wir uns auf den Rückweg nach Martfeld. Von der Eisdiele folgen wir der Langen Straße westwärts über die Hauptstraße hinweg und fahren etwas schlängelig an die Nordwestspitze der kleinen Stadt (siehe Karte und Track). Von dort führt der Tonnenweg schnurgerade zum Tivoli. Die gleichnamige Straße bringt uns direkt zur Windmühle Hoyerhagen.
Noch zwei Mühlen
Auf dem Rückweg von Hoya nach Martfeld passieren wir noch zwei Windmühlen in sehr unterschiedlichem Zustand, die Windmühle in Hoyerhagen und die Stührmühle vor Martfeld.
Windmühle Hoyerhagen
Der Galerieholländer wurde 1866 erbaut und 1983 restauriert. Nach einem Sturm 2001 musste die Mühlenkappe erneuert werden, da der Sturm die alte Kappe heruntergerissen hatte. Im Inneren dient die Mühle heute als Getreidesilo. Die Technik ist nur noch zum Teil vorhanden.
Stührmühle Martfeld
Nicht ganz so gut ergangen ist es der Stühr-Mühle, die wir am Ortseingang aus Richtung Bruchhausen passieren. Hier bemüht sich ein Verein noch darum, auch diese Mühle vor dem endgültigen Verfall zu bewahren, vielleicht sogar wieder zum Leben zu erwecken. Die Aussichten sind angesichts knapper Kassen nicht so rosig wie in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts.
ug 2026-07-24