Radfahren und Wandern

Mittelweser

Vom Sellingsloh nach Hoya

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Im alten Kern von Hoya - im Hintergrund die St. Michael Kirche        ► Infos

Wanderung vom Sellingsloh nach Hoya und zurück
 
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Eigentlich kann man die Gegend zwischen dem Sellingsloh und der Stadt Hoya nicht gerade als Wandergebiet bezeichnen. Aber wir haben sie trotzdem ausprobiert. Herausgekommen ist die hier beschriebene Route. Nicht gerade ideal für windig-regnerisches Wetter, aber bei einem Sonne-Wolken-Mix eine schöne Wanderung mit interessanten Höhepunkten.
Am Waldrand hinter einer 70er-Jahre-Siedlung parken wir unser Auto. Ein paar Schritte und schon geht's im Wald weiter. Ganz in der Nähe befindet sich der Jüdische Friedhof, ein lohnender Abstecher.
Nachdem wir die Geest hinter uns gelassen haben, durchqueren wir die hier glücklicherweise nicht ganz flache Wesermarsch, bevor wir die ersten Häuser von Hoya erreichen. Durch Siedlungsgebiet und am Meliorationskanal entlang führt der Weg an die Weser, der wir bis zur Brücke folgen.
Jenseits der Brücke erwartet uns der unbekanntere Teil der Stadt, Keimzelle für die weitere Entwicklung. Das heutige Rathaus, ursprünglich als Schule erbaut, befindet sich hier. Dazu gibt es einen Park aus der Kaiserzeit, ehemalige Gutshöfe, zwei Kirchen und eine Hauptstraße mit Hintergasse. Heute wird das Alte hier umrahmt vom THW-Gelände und einer Papierfabrik, der wohl der dritte Gutshof zum Opfer gefallen ist.
Der Weg zurück führt durch die heutige Innenstadt und anschließend ein langes Stück am Meliorationskanal entlang zum Tivoli, früher ein Gasthaus und beliebtes Ausflugsziel an der Hoyaer Eisenbahnstrecke. Gegenüber mündet eine Straße, die uns zurück zum Startort bringt.

Durch den Wald

In der Ecke, in der wir gestartet sind, wurde in der Vergangenheit an verschiedenen Stellen Sand abgebaut. An sich nicht schön, aber der Abbau hat interesssante Biotope und ein abwechslungsreiches Landschaftsbild hervor gebracht. Es gibt Abhänge, Hohlwege, Trockenrasen, reich tragendes Brombeergesträuch und natürlich viele Wildkräuter, die die Trockenheit lieben.

Duddenhausen und Dedendorf

Wir kommen in Duddenhausen aus. Hier finden sich noch einige alte Hofstellen, sehenswert, aber wir können nicht alle ablaufen. Eine Hofstelle, Meyers Hof, wurde vor Jahren abgebrochen und im Zoo Hannover neu aufgebaut. Dort wird sie u.a. als Restaurant genutzt.
Bevor wir den Ort verlassen, fallen uns plötzlich mehrere Holzfiguren ins Auge. Wir kommen mit der Künstlerin ins Gespräch. Sie ist Autodidaktin, und hat vor einigen Jahren damit begonnen, aus Holz Figuren zu formen, Tiere, Loriot-Männchen und viele andere.
Nachdem wir die Hauptstraße überquert haben, biegen wir bei nächster Gelegenheit rechts ab, folgen dem Sträßchen an einigen Hofstellen vorbei und biegen dann links ab, Es geht nun ostwärts auf Hoya zu. Die in der Ferne vor uns liegenden Häuser gehören bereits zu Dedendorf, das ebenso wie Duddenhausen aus einigen verstreut liegenden Hofstellen besteht.
Die Straße schlängelt sich hier zwischen den Gehöften hindurch, bevor sie sich wieder direkt nach Osten wendet. Hier biegen wir links ab. Am Ende des Aspahltsträßchens stoßen wir auf ein Waldstück. Wir gehen geradeaus weiter am Waldrand entlang. Am Ende zweigt rechts ein Wiesenweg ab, der sich wieder direkt auf Hoya zu windet.

Hoya

In Hoya empfängt uns ein größerer Gewerbebetrieb, an dessen Rand wir auf die Bückener Straße zu laufen. Gegenüber geht's in die Siedlung. Den Schlenker zum Ziegeleisee können wir uns sparen. Die Holzbrücke über den See ist leider gesperrt (2025). Wer mag, kann hier nocheinen Schlenker über den Ziegeleisee machen. Die Holzbrücke über den See wurde instand gesetzt und 2026 wieder frei gegeben.
Wir laufen jedoch geradeaus weiter, an einem Spielplatz vorbei, an dessen Ende ein Weg zwischen den Grundstücken auf den Meliorationskanal zuläuft, den wir hier auch gleich überqueren. Der Weg auf der anderen Seite bringt uns nach rechts zur Weser. Der Kanal war hier einst über eine Schleuse mit der Weser verbunden.
Geradeaus liegt hinter dem Deich der Sportboothafen. Wir gehen nach links am Handelshafen vorbei. Auf dem Damm unterqueren wir die Eisenbahnbrücke und laufen dann hinunter zur Weser. Hier liegt gerade ein Frachtschiff vor Anker. Geradeaus kommt man die Straßenbrücke unterquerend zur Weserpromenade.
Wir überqueren hier die Weser, um den alten Kern von Hoya zu erkunden.

Alt-Hoya

Rechts der Weser laufen wir am Schloss vorbei auf das Rathaus zu, das ursprünglich ein Schule gewesen ist. Geradeaus geht's dann in die einstige Hauptstraße des alten Stadtkerns, die Kirchstraße. Sie führt uns zur Martinskirche, heute ein Kulturzentrum. Dahinter liegt die katholische Pfarrkirche St. Michael.
Ursprünglich mündete die Kirchstraße in einen Gutshof, der aber wohl der expandierenden Papierfabrik zum Opfer gefallen ist. Auf historischen Karten aus dem 19. Jhdt. ist er jedenfalls noch verzeichnet. Nähere Informationen haben wir dazu leider nicht gefunden. Links der Altstadt befindet sich heute noch das einstige Rittergut derer von Behr, direkt an der Weser gelegen. Daneben gibt es noch das Staffhorst'sche Gutshaus am Park, in dem das Heimatmuseum der Stadt Hoya seinen Platz hat.
Auf dem Weg zurück auf die linke Weserseite schauen wir noch am ehemaligen Grafenschloss vorbei. Doch die Restaurierung ist noch im Gange, so dass man nur außen herum gehen kann.

Zurück

Unser Rückweg führt durch die Hauptgeschäftsstraße, die Lange Straße. Viele Geschäfte finden wir hier nicht mehr, aber einige nette Gastromiebetriebe, von Culinarium und Big Bull über die Eisdiele Smaralda bis zum Café der Bäckerei Deicke.
Vor der ASB-Rettungswache biegen wir ab in den Verbindungsweg zur "Promenade", wechseln über den Hauptkanal und folgen einem Weg bis zur Landesstraße. Jenseits der L330 führt erst ein Sträßchen, dann ein Wanderweg an Bahn und Hauptkanal entlang zurück zum Tivoli. Busfahrer warten hier auf den nächsten Bus. Wir haben in der Siedlung am Vorberg unser Auto geparkt, und müssen daher noch ein Stückchen weiter laufen.

Öffentliche Verkehrsmittel

Diese Wanderrunde ist auch gut mit Bahn und Bus von Bremen, Hannover oder Osnabrück aus zu erreichen. Näheres siehe hier.

    ug 2025-02-09

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